 Umbau von Dieselfahrzeugen

Um Dieselmotoren mit Pflanzenöl betreiben zu können, ist vor allem ein grosses Hemmnis zu überwinden: Die Viskosität von Pflanzenöl. Es ist dickflüssiger als Diesel und kann daher von den üblichen Dieselmotoren nicht entsprechend gut verbrannt werden. Das Problem wird durch das Erhitzen des Öls ausgeschalten - entweder mit einer elektrischen Heizung oder mit Kühlwasser. Dazu gibt es verschiedene Patente und Lösungen, wobei sich 2 Grundprinzipien durchgesetzt haben: 2-Tank oder 1-Tank-System.

2-Tank-System
Der Tank (siehe Bild rechts) ist für den Einbau vorbereitet, später verschwindet er dann komplett in der Radmulde. Falls mit Platz nicht gespart werden muss, eignet sich ein kastenförmiger Tank über die Breite des Kofferraumes genauso.
Verlegen der Leitungen
Vom Tank wird eine Kraftstoffleitung nach vorne in den Motorraum verlegt. Falls wir den Tank mit Kühlwasser erwärmen möchten, wird jeweils eine Kühlwasserzu- und ableitung an den Tank angeschlossen und ebenfalls nach vorne in den Motorraum geführt. Dort mündet alles gemeinsam mit den Diesel-Zu- und -Rückläufen in der Steuereinheit. Sie besteht aus den Magnetventilen und i. d. Regel aus einem Filter. Diese Einheit wird vom Bord-Computer im Innenraum des Fahrzeuges angesteuert.

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 Motor nach dem Umbau, mit den neu hinzugekommenen Elementen
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Grün markiert sind die Steuereinheit, die Stelle, an der eine Wasserpumpe zur Kühlwasserzirkulation eingebaut wurde und die Stelle, an der das Kühlwasser, das den Tank im Kofferraum aufheizt, wieder in den herkömmlichen Kühlkreislauf zurückfliesst. Im Bild rechts oben die Steuereinheit im Detail.
Sie sorgt dafür, dass entweder Diesel oder Pflanzenöl von der Kraftstoffpumpe zur Einspritzpumpe befördert wird. Bei modernen Diesel-Direkteinspritzer-Motoren sorgt sie zusätzlich für ein voreingestelltes Mischungsverhältnis. Beim Wirbelkammerdiesel ist dies jedoch nicht nötig.
Keine Hexerei das alles! 
1-Tank-System
Wie der Name schon sagt, kommt man hier mit nur einem Tank aus, nämlich dem Original-Tank. Dieser wird mit Pflanzenöl befüllt. Das bedeutet, dass das Fahrzeug breits mit Pflanzenöl anspringen muss, das nicht mit Motorabwärme - sprich Kühlwasser - erhitzt werden konnte.
Dadurch wird es notwendig elektrisch vorzuheizen. Damit das rasch im zeitlichen Rahmen des üblichen Startvorganges erfolgt, werden stärkere Glühkerzen und ein elektrisch beheizter Filter verbaut. Mit einer verlängerten Vorglühphase reicht dem Motor die Temperatur des Öls aus um anzuspringen. Sobald dann das Kühlwasser die richtige Betriebstemperatur hat, übernimmt ein Wärmetauscher die Heizleistung - die elektrische Vorheizung wird deaktiviert.
In der Praxis bedeutet dieses System volle Alltagstauglichkeit, da der Fahrer nicht über den Betriebszustand seines Fahrzeuges nachdenken muss. Er setzt sich in das Fahrzeug, startet und stellt den Motor ab, ohne zwischen Tanks hin- und herschalten zu müssen. Im Winter muß Diesel zugemischt werden. Leider kommt dieses System zur Zeit nur für Wirbelkammer- und einige Direkteinspritzer-Motoren in Frage.

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